This post was originally published on this site

Er ist ein besonnener und ruhiger Zeitgeist, diszipliniert und schnell, und verlorene Zweikämpfe kommen für den 18-jährigen Verteidiger äußerst selten vor. Jeder Trainer hätte ihn wohl gerne in seinen Reihen, denn er macht einfach seinen Job: Er verteidigt dort, wo er gebraucht wird. Genau diese Art Spieler fallen nicht in den Scorerlisten auf, denn sie schießen keine drei Tore pro Spiel, tragen aber genauso entscheidend zum Erfolg einer Mannschaft bei. Im Herren-Bundesliga-Team des FC Stern gibt es mehrere solcher Stützen, Sebastian Loy ist eine von ihnen. Wenn er dann in der dritten Minute der Verlängerung goldrichtig die Situation erkennt und den Siegtreffer erzielt, dann hat sich das Schicksal den richtigen Torschützen ausgesucht… So geschehen beim turbulenten 9:8- Erfolg (2:5/4:2/2:1/1:0) in der Nachholpartie gegen den FC Rennsteig Avalanche!

Dabei war vor einer Woche noch gar nicht klar gewesen, ob Sebastian Loy überhaupt dabei sein konnte, denn aufgrund der kurzfristigen Ansetzung der Nachholpartie war das eigentlich spielfreie Wochenende schon verplant! Den Überredungskünsten sei Dank, dieser Treffer brachte den Herren des FC Stern den dritten Overtime-Sieg in Folge und sicherte den wichtigen Zusatzpunkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga.

Dabei starteten die Münchner schlecht in die Partie, 2:5 stand es aufgrund einer fahrigen Defensivleistung nach dem ersten Drittel. Moritz Fischer (1:1, 3. Minute) und Jann Zurbuchen (2:5, 20. Min.) hatten bis hierhin Ergebniskosmetik betrieben. Und es wurde zunächst nicht besser: Trotz einer Vielzahl von Chancen für den FC Stern waren es die Gäste aus Rennsteig, die trafen: Zur „Halbzeit“ zeigte die Anzeigentafel ein 2:7! Nach vier weiteren Minuten sah die Welt dann schon ganz anders aus, denn Moritz Fischer, Christian Lindquist und zweimal Moritz Leonhardt brachten die Münchner wieder auf 6:7 heran. Die Gastgeber drängten mit kontrollierter Offensive auf den Ausgleich, doch der ließ lange trotz zahlreicher Torgelegenheiten auf sich warten. Erst acht Minuten vor Schluss machte Topscorer Moritz Leonhardt mit seinem dritten Treffer den 7:7-Ausgleich (52.). Alle Mühe schien umsonst, als die Avalanche Rennsteig mit einem Konter erneut in Führung ging (55.). Rund eine Minute vor Spielende setzten die Stern-Herren alles auf eine Karte und holten Torhüter Simon Iser zugunsten eines zusätzlichen Angreifers vom Feld – mit Erfolg: Christian Lindquist hämmerte den Ball zum viel umjubelten Last-Minute-Ausgleich ins Tor (8:8, 60.). In der Verlängerung behielten die Münchner kühlen Kopf und spielten geduldig eine lange Powerplayphase (rote Karte gegen FC Rennsteig Avalanche) aus. Dann kam der Traumpass von Christian Lindquist auf Sebastian Loy, der zum 9:8 einnetzte!

„Ich bin einfach mega glücklich über den Sieg. Wir haben es geschafft, einen 5-Tore-Rückstand aufzuholen. Das zeigt einfach, was für ein tolles Team wir haben. Auch unser Spielertrainer „PKF“ macht einen mega guten Job – da können wir echt dankbar sein“, freute sich Topscorer Moritz Leonhardt und fand noch lobende Worte für den Matchwinner: „Sebastian Loy ist ein Tier, er ist so ein mega wichtiger Rückhalt für das Team. Auf ihn ist immer Verlass. Dann macht er das super wichtige Tor nach langer Überredungsarbeit – einfach total verrückt!“

Aufgrund des Sieges von SCS Berlin bleibt die Lage im Tabellenkeller weiter angespannt. Den einen Punkt Vorsprung müssen die Stern-Herren im letzten Spieltag bewahren, um vor den Hauptstädtern zu bleiben. Dabei haben die Münchner ihr Schicksal am kommender Samstag (2. März 2019, 18:00 Uhr; Sporthalle Astrid-Lindgren-Straße 3) im Derby gegen Donau-Floorball Ingolstadt / Nordheim in den eigenen Händen: Bei einem Heimsieg nach 60 Minuten wäre das Ziel erreicht! Kommt vorbei und unterstützt den FC Stern im Kampf um den Klassenerhalt. Der Eintritt ist kostenlos. Für das leibliche Wohl ist mit einem Kiosk gesorgt.

Text: Christian Graus

%d Bloggern gefällt das: