Nach dem wenig erfreulichen Abschneiden vor zwei Wochen bei der Oberbayerischen Futsalmeisterschaft in Röhrmoos, lud am Sonntag, 17.12., der TSV Hohenbrunn-Riemerling zum Hallenturnier.

Feierlich begrüßt und musikalisch angeheizt wurden alle Beteiligten mit schönster Weihnachtsmusik von einer fetzigen Version von Wham!’s Last Christmas über John Lennon bis Mariah Carey. Erst, als die jungen Fußballerinnen den Hallenboden betraten, änderte sich dies, indem nun aus Jugendsicht “zeitgemäße” Musik abgespielt wurde und den Zuschauern nunmehr teils durch schönen Aufwärmfußball das Herz erwärmt werden musste.

Mit Marija Bagaric, Azra Gelir, Katharina Weigl, Fabien Fuchs, Sonny Arnsberg, Johanna Gläsel, Mia Regen, Elisa Lehmann und Alexandra Haage stellte der FC Stern München einen Kader, der auf der Tribüne einstimmig als “gute Truppe” bezeichnet wurde.

Der Meinung war auch das Trainergespann Szczepurek/Ellwanger, zumindest zur Hälfte. Während Trainerin Lilly Szczepurek mit “einem Sieg” die Ziele noch relativ niedrig steckte, war Sigi Ellwangers knappe Antwort “Erster”, allerdings mit einem undefinierbaren Lächeln im Gesicht, das die Frage im Raum stehen ließ, ob die Entgegnung überhaupt ernst gemeint war – oder ob er tatsächlich mehr wusste.

 

 

TSV Solln – FC Stern München 0:2

Über weite Strecken ein Spiel auf ein Tor. Lange jedoch die Jungsterne ohne die nötige Durchschlagskraft. Doch ein Traumdoppelpass zwischen Alex Haage und Katharina Weigl hebelte die gesamte Sollner Abwehr aus und brachte den Führungstreffer durch letztere. Kurz vor Schluss erhöhte Fabien Fuchs sehenswert aus der Distanz zum 0:2. Die Musik zur letzten Minute war dann auch ebenso unterhaltsam wie die ganzen vorherigen 9 Minuten und die Mitgereisten sahen sich bestätigt, dass sie ein Sinnbild des gesamten Spiels darstellen sollte, da im vorhergehenden Spiel – zurecht – ein Stück mit äußerst sedierender Wirkung abgespielt worden war.

Bester Stern: Von Anfang an war zu merken, dass und wie sehr Johanna Gläsel im letzten Turnier in Röhrmoos gefehlt hatte. Sofort war Kommunikation und Ordnung im Spiel der Sterne zu sehen, was die Basis für diesen Auftakterfolg bildete.

Ebenso sah Trainerin Lilly Szczepurek ihr Ziel für dieses Turnier bereits erfüllt.

 

Mit dem parallelen Ergebnisse zwischen dem TSV Hohenbrunn-Riemerling und dem SV Pullach von 0:1 sah die Tabelle nun folgendermaßen aus:

  1. FC Stern München 3 2:0
  2. SV Pullach 3 1:0
  3. TSV Hohenbrunn-Riemerling 0 0:1
  4. TSV Solln 0 0:2

 

 

FC Stern München – SV Pullach 0:2

Lange hat es sehr ausgeglichen ausgesehen. Zu Anfang die U15 des FC Stern mit leichten Vorteilen. Gefahr aufs Tor strahlten lange beide Teams nicht aus. Nach 5 Minuten gaben die Pullacher dann dem Betteln ums Gegentor nach, nachdem die Stern-Mädels den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern konnten. Die weiteren Bemühungen von Stern waren fruchtlos, ein hoher, weiter Pass vor den Kasten von Marija Bagaric sorgte schließlich für die endgültige Entscheidung.

Bester Stern: So absurd es klingt, aber oftmals ist bei vielen Gegentreffern der Torwart noch der beste Spieler, so auch hier. Ohne Marija Bagarics Paraden am Anfang hätten die Jungsterne noch deutlich schlimmer unter die Räder kommen können.

 

Mit dem parallelen Ergebnisse zwischen dem TSV Solln und dem TSV Hohenbrunn-Riemerling von 0:0 sah die Tabelle nun folgendermaßen aus:

  1. SV Pullach 6 3:0
  2. FC Stern München 3 2:2
  3. TSV Hohenbrunn-Riemerling 1 0:1
  4. TSV Solln 1 0:2

 

 

TSV Hohenbrunn-Riemerling – FC Stern München 0:3

Auch wenn es Joseph Fuchs nicht gern hörte, ein Remis reichte den Sternen zum Erreichen des Halbfinals. Doch vom Anpfiff weg wollten die Jungsterne unter Beweis stellen, dass das Spiel gegen Pullach nur eine Eintagsfliege war. Mia Regen schloss von zentraler Position ins linke untere Eck ab. 1:0. “Eigentlich habe ich den Ball gar nicht richtig getroffen, sondern nur mit dem Spitz so leicht getroffen”, sollte sie ihr Tor im Anschluss an das Spiel demütig bewerten. Kurze Zeit später steckte Mia Regen durch auf Alexandra Haage. 2:0.

Nach dem Durchwechseln tankte sich Katharina Weigl durch die Abwehr von Hohenbrunn durch und schloss in Robert-Lewandowski-Manie ab. 3:0.

Bester Stern: War in diesem Spiel schwer auszumachen. Das Duo Mia Regen und Alexandra Haage kombinierte nach Belieben. Fabien Fuchs zeigte, dass sie Johanna Gläsel in der Defensive durchaus zu ersetzen vermag. Mit guten Kommandos und fabelhafter Übersicht hielt sie die Hintermannschaft vor Marija Bagarics Tor zusammen, sorgte indes jedoch dafür, dass diese sich überhaupt nicht auszeichnen konnte.

 

Mit dem parallelen Ergebnisse zwischen dem SV Pullach und dem TSV Solln von 0:0 sah die Tabelle nun folgendermaßen aus:

  1. SV Pullach 7 3:0
  2. FC Stern München 6 5:2
  3. TSV Solln 2 0:2
  4. TSV Hohenbrunn-Riemerling 1 0:4

 

 

Der Halbfinalgegner sollte sich daher aus der Vorrundenpartie zwischen dem SC Unterpfaffenhofen und dem FC Teutonia München entscheiden, in welchem sich der SC Unterpfaffenhofen mit 3:0 durchsetzte.

 

 

FC Stern München – SC Unterpfaffenhofen 1:0

Die Stern-Mädels starteten mit viel Elan in die Partie, waren bissig, liefen jedem Ball hinterher und stellten Räume zu. Doch bei allem Verteidigen ließ man das Toreschießen so ein wenig außer Acht. Oftmals war es der letzte Pass oder schlicht dessen nicht vorhandener Abnehmer.

Das Spiel kippte mit dem erfreulichsten Höhepunkt: Mia Regen setzte von der linken Außenbahn Katharina Weigl wunderschön in Szene, die eiskalt zum 1:0 netzte. Allerdings stand der Kasten von Marija Bagaric nun unter Belagerungszustand und Dauerbeschuss. Doch schafften es die Jungsterne bis zur Schlusssirene, immer ein Bein in den Schussweg zu stellen.

Bester Stern: Ist in diesem Zusammenhang Katharina Weigl, die alles dafür gab und sich in möglichst viele Schüsse schmiss, damit ihr Treffer das entscheidende Tor bleiben würde.

 

Somit stand im Finale nur noch der SV Pullach, der sich in seinem Halbfinale gegen den FC Teutonia München souverän mit 3:0 durchsetzte, dem zweiten ausgegebenen Ziel dieses Turniers im Wege.

 

 

SV Pullach – FC Stern München 2:3

Ein Finale furioso! Die Mädels des FC Stern gingen schnell 1:0 in Führung. Johanna Gläsel nutzte den freien Raum vor dem gegnerischen Tor, um dort hinein zu stoßen und den Ball unbedrängt in die Maschen zu hauen. Der SV Pullach zeigte sich ziemlich beeindruckt und hatte nicht mal Zeit, sich zu schütteln, da klingelte es erneut. Alexandra Haage spurtete einen Konter über fast das ganze Feld und ließ der Pullacher Torhüterin nicht den Hauch einer Chance.

Doch wer glaubte, nun wäre die Messe gelesen gewesen, hatte offensichtlich seine Rechnungen ohne den SV Pullach gemacht. Marija Bagaric ließ einen Ball aus unmöglichem Winkel passieren, wenig später kratzte Johanna Gläsel die Kugel von der Linie. Dummerweise kam den Jungsternen nicht in den Sinn, dass die Chance noch heiß sein könnte, und in das Durcheinander der Abwehr fiel der Ball vors Tor und Marija Bagaric sollte diesmal unschuldig aber auch machtlos sein. Sollte das Spiel noch komplett kippen?

Glücklicherweise fingen sich die U15-Mädchen allerdings rasch wieder, versuchten es langsam wieder nach vorne – und wurden belohnt! Alexandra Haage legte von rechts den Ball in die Mitte auf die mutterseelenallein stehende Mia Regen. Kurz zuvor hatte sie eine solche Gelegenheit noch in die Schienbeine der Torhüterin gezimmert, diesmal machte es die Stern-Youngster überlegter und erfolgreicher.

Nun galt es, die erneute Führung zu verteidigen, womit die Stern-Abwehr alle Hände voll zu tun hatte. Zwei gefährliche Eckstöße ließen den mitgereisten Zuschauer kurz den Atem stocken, zweimal parierte Marija Bagaric glänzend und machte ihren Fehler zum Anschlusstreffer wieder gut. Dann zeigte die Hallenuhr den Spielerinnen, Trainern und Supportern des FC Stern München Gnade und vollendete den diesjährigen Turniersieg beim Auto-Gott-Cup 2017.

Bester Stern: War mit Verlaub erneut Johanna Gläsel. Nicht nur, dass sie mit ihrem Treffer zum 1:0 ihre Mannschaft auf die Siegerstraße brachte, sondern schaffte es sogar, aus einer Truppe mit zum Ende hin unbändigem Siegeswillen herauszustechen, indem sie sich in jeden Zweikampf stürzte, den sie führen konnte und einmal spektakulär auf der Torlinie rettete.

 

“Also wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, ich hätte ihm nicht geglaubt”, waren die ersten Worte von Trainerin Lilly Szczepurek, die noch zehn Minuten nach der Siegerehrung mit Realisierung beschäftigt war.

Der einzige, der an diesem Abend Großes erwartet zu haben schien, war Trainerkollege Sigi Ellwanger.

 

Dirk Peschl